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Deutliche Bürokratiekostensenkung für Unternehmen

DIHK und BMWi geben Startschuss für bundesweite Datenbank zum öffentlichen Auftragswesen

 

Jährlich werden über 2 Millionen Vergabeverfahren der öffentlichen Hand allein für Lieferungen und

Dienstleistungen durchgeführt. Bund, Länder und Kommunen kaufen von Bleistiften bis zum

Hochleistungsrechner ein. Der Wert von Beschaffungen beläuft sich insgesamt auf ca. 265 Mrd. Euro pro

Jahr.

 

„Will ein Unternehmen zu einem öffentlichen Auftrag ein Angebot abgeben, muss es ein viel zu

kompliziertes Verfahren durchlaufen“, kritisiert DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Es müsse

sehr aufwändig seine fachliche Kompetenz, seine Leistungsfähigkeit und seine Zuverlässigkeit

nachweisen. Hierzu gehöre eine Vielzahl von Dokumenten, die zudem noch von verschiedenen Stellen

beigeholt werden müssten, z. B. vom Finanzamt oder von der Berufsgenossenschaft. „Bewirbt sich ein

Unternehmen im Laufe des Jahres auf mehrere Aufträge, muss es sich immer wieder dieselben

Unterlagen beschaffen und den Angeboten beifügen. Den Unternehmen und den öffentlichen

Auftraggebern entstehen hierdurch insgesamt Kosten von über 1,45 Mrd. Euro“, betont Wansleben.

 

„Mit dem heutigen Start der neuen Datenbank – der „pq-vol“ ist ein weiterer Schritt gelungen,

Vergabeverfahren zu vereinfachen“, betont Walther Otremba, Staatssekretär im

Bundeswirtschaftsministerium. Zur Entlastung der Unternehmen aus dem Liefer- und

Dienstleistungsbereich bieten die Industrie- und Handelskammern bzw. die von ihnen getragenen

Auftragsberatungsstellen einen neuen Service an. Die bundesweite Datenbank (www.pq-vol.de) enthält

Unternehmen aus dem Liefer- und Dienstleistungsbereich, die präqualifiziert sind. Sie haben ihre Eignung

gegenüber der IHK bzw. der Auftragsberatungsstelle nachgewiesen.

 

Präqualifizierung ist bei konsequenter Anwendung und Nutzung ein nicht zu unterschätzendes Instrument

zur Beschleunigung und Vereinfachung von Vergabeverfahren. Unternehmen könnten sich künftig

schneller, sicherer und vor allen Dingen kostengünstiger um öffentliche Aufträge bewerben. "Damit

könnten Unternehmen jährlich erhebliche Bürokratiekosten sparen", betont Wansleben. Darüber hinaus

spart aber auch die öffentliche Hand: Sie muss jetzt nicht mehr die einzelnen Nachweise prüfen.

Geschätzte Einsparungen liegen hier bei jährlich 460 Mio. Euro.

 

Wird das Präqualifizierungsverfahren angewandt, sparen die Unternehmen nicht nur Geld, sondern sind

auch auf der sicheren Seite: Ihr Angebot kann nicht mehr wegen veralteter oder fehlender Nachweise vom

laufenden Vergabeverfahren ausgeschlossen werden. Das Angebot landet nicht auf dem Haufen der

Angebote, die der öffentliche Auftraggeber aus formalen Gründen nicht mehr in seine

Zuschlagsentscheidung einbeziehen darf. In vielen Fällen beträgt die Ausschlussquote wegen formaler

Fehler bis zu 80 %. „Um so wichtiger ist es, dass die Präqualifizierung von allen öffentlichen

Auftraggebern akzeptiert wird“, appelliert Otremba. „Dafür werben das Bundeswirtschaftsministerium und

der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ausdrücklich.“ Die nötigen Rechtsgrundlagen für

Präqualifizierungsverfahren seien sowohl im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) als auch

auf Vorschlag des BMWi in der demnächst geltenden Fassung der VOL (Vergabe- und Vertragsordnung

für Leistungen) geregelt.

 

Weitere Informationen: www.pq-vol.de.

Ansprechpartner:

Annette Karstedt-Meierrieks

Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

Breite Straße 29

10178 Berlin

Tel.: 030/20308-2706

E-Mail: info@pq-vol.de

 

Bilder zur Veranstaltung:

Begrüßung Karstedt-Meierrieks Begrüßung Teilnehmer Brigitta Trutzel Holger Pfeifer Klaus-Günther Zehm

Peter Gerlach Referenten Sabine Tauber, Markus Heyn Startschuss Teilnehmer

 
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